Nach einem laaaaaaaaaangen Flug kam ich endlich in Quito an.. und wurde auch gleich von meiner Gastfamilie abgeholt. Sie fuhren mich zu ihrer Wohnung.. und es ist ganz anders, als ich erwartet habe. Es ist eine sehr reiche Familie. Der Sohn ist der Direktor meiner Schule. Das war ziemlich lustig: Er hat mir gesagt, dass er der Direktor einer Schule sei. Ich fragte dann, wie viele Kinder diese Schule besuchen.. und er meinte: In meiner Schule sind keine Kinder, sondern es ist deine Schule. :)
Ich habe sogar einen TV in meinem Zimmer..
Speziell ist, dass sie eine Angestellte haben, ein Dienstmaedchen. Sie ist 19 Jahre alt. Also plus minus in meinem Alter. So siezte sie mich sogar zuerst.. was aber natuerlich ueberhaupt nicht geht!!!.. Am Morgen macht sie mir jeweils das Fruehstueck. Das war vor allem in den ersten Tagen sehr komisch fuer mich. Das ist es aber immer noch. Es ist mir unangenehm. Wenn ich sie "ertappe", dass sie etwas fuer mich macht, mache ich es jeweils selbst. Aber meistens ist es so, dass am Morgen schon alles hergerichtet ist, wenn ich aufstehe. (Und ich stehe normalerweise so um 7.00 Uhr auf, also nicht sehr spaet.) Ich gebe mir Muehe, nicht ueber Dinge zu sprechen oder ihr Dinge zu zeigen, die teuer sind (oder fuer uns normal, aber fuer sie sehr sehr teuer). Sie ist aber sehr nett.. und ich bin froh, dass auch noch jemand in meinem Alter da ist. :) Am Sonntag gehen wir wahrscheinlich zusammen in die Stadt.. Es ist der einzige Tag, an dem sie frei hat.
Die Gastmutter ist auch sehr nett. Allerdings ist sie nie so extrem herzlich, wie es meine Gastmutter in Kanada war. Aber diese kann man auch gar nicht toppen. Sie war einfach ein Engel! :)
Als ich am Sonntag ankam, sah ich, dass der Sohn, dessen Freundin und meine Gastmutter vor meiner Ankunft am Rummikub spielen waren. Hehe, und ich musste wirklich schmunzeln; Es ist das Lieblingsspiel meiner Mutter und meine Gastmutter spielt es auch sehr gerne. :)
Die Schule ist sehr klein. Momentan sind wir nur etwa 13 Estudiantes. Ich hatte diese Woche Montag bis Donnerstag Privatstunden, da es in den Gruppen keinen Platz mehr hatte (sind Gruppen a 2-3 Personen).
Die Lehrpersonen sind alle sehr nett und immer fuer einen Spass zu haben.
Und ratet mal, woher die erste Studentin, die ich antraf, kommt?.. Genau, aus der Schweiz! :)
Das "Klassenzimmer" ist sehr sehr klein.. ca.2m auf 2m..
Wir sind 5 Schweizer, 2 aus Deutschland, 2 aus Holland, 1 aus Finnland... und 1 aus der USA. Also nebst Spanisch "lerne" ich auch fleissig Schwiiizerduetsch, Deutsch und Englisch. ;)
Quito war v.a. am ersten Tag etwas ungewoehnlich fuer mich. Die Armut war sehr gut zu sehen.. und zu spueren. Da kam ich mir als Schweizerin schon komisch vor... Es war mir unwohl. Es ist sehr speziell, aber in den ersten Tagen begegneten mir am meisten aermere Leute. Im Bus gibt es auch immer wieder Leute, die etwas verkaufen wollen.... und Bettler gibt es natuerlich auch. Aber ich glaube, ich war einfach schon sehr lange nicht mehr in einer Grossstadt. Es ist nicht schlimmer, als in anderen Grossstadten (was das Ganze natuerlich aber nicht verbessert.. ). Meine Gastmutter und meine Lehrerin erzaehlten mir, dass der Praesident Herbergen errichtet hat fuer die Obdachlosen. Obdachlos zu sein ist jetzt quasi verboten. Aber dennoch gibt es Leute, die man auf der Strasse sieht. Aber es sind nicht mehr so viele wie frueher. Eine Nacht in der Herberge mit Essen kostet etwa 25-50 Cents, was fuer die meisten erreichbar ist.
Quito hat sehr viele Parks. Einer davon liegt gerade auf meinem Schulweg (30min laufen). Deswegen bin ich fast taeglich im Park. Eine schoene gruene Insel inmitten der Stadt. :)
Unsere Schule organisiert jeweils Ausfluege. So sahen wir das historische Zentrum.. oder wir kochten zusammen.. D.h. die Lehrerin kochte und wir schauten zu und halfen mit.. Es gab so etwas wie gebrannte Mandeln. Sehr lecker! :)
Oder wir gingen nach Papallacta. Ein Dorf, das 67 km von Quito entfernt liegt... auf 3'220 Metern. Nach diesem Dorf beginnt das Amazonasgebiet von Ecuador. Dort besuchten wir die Thermalbaeder, welche natuerlich waren. Wir waren am Abend dort.. und es war sehr schoen!!! Dieser Besuch rechtfertigte wirklich unsere lange Anfahrt.. wir mussten naemlich wegen Bauarbeiten etwa eine Stunde am gleichen Ort warten, mit dem Auto.. und brauchten fuer die Hinfahrt etwa 3.5h!...
Gestern waren wir in "der Mitte der Welt". :) An dem Ort, an dem im 18. Jahrhundert die genaue Position des Aequators bestimmt wurde. Dort besuchten wir ein wirklich schoenes, sehenswertes Museum ueber die indianischen Voelker Ecuadors.
Heute habe ich frei.. (weil ich Privatstunden und keine Stunden in Gruppen hatte)... und geniesse es, einfach einmal nichts zu tun. Einmal kein riesiges Programm zu haben.
So, dann hoffe ich, bei euch in der Schweiz ist alles im gruenen Bereich.. und sende liebe Gruesse!
Ps: & vielen vielen DAnk fuer die lieben Karten, SMS und sonstigen guten Wuensche!!!